Tischtennisball

Ein Tischtennisball muss besondere Eigenschaften und Anforderungen erfüllen. Ein offizieller Wettkampfball muss aus Zelluloid oder einem ähnlichen Plastikmaterial gefertigt sein. Desweiteren muss dieser hohl und gleichmäßig rund sein bei einem Gewicht von 2,7g. Der Durchmesser eines Tischtennisballs beträgt seit 2001 40mm (zuvor 38mm). Die Belastung, welche ein Tischtennisball beim Spielen aushalten muss, ist enorm. Tischtennis ist die schnellste Rückschlagsportart der Welt. Höchstgeschwindigkeiten bis zu 170km/h bei einem Schmetterball muss der Tischtennisball aushalten können.

Der Tischtennisball nach offiziellen Tischtennisregeln

  1. Der Tischtennisball ist gleichmäßig rund, sein Durchmesser beträgt 40 mm. Die Standardabweichung vom Solldurchmesser darf 0,06 mm nicht überschreiten (ITTF-Regel vom Juni 2010).
  2. Das Gewicht des Tischtennisballes beträgt 2,7 g. Jedes Gewicht zwischen 2,67 g und 2,77 g ist akzeptabel, wobei einer von 24 getesteten gleichartigen Bällen ein Gewicht außerhalb dieses Toleranzbereichs aufweisen darf. Basierend auf statistischen Betrachtungen darf kein Ball in einer Stichprobe von 24 Bällen ein Gewicht unter 2,60 g oder über 2,85 g haben. Die Standardabweichung vom Sollgewicht darf 0,03 g nicht überschreiten (ITTF-Regel vom Juni 2010).
  3. Der Tischtennisball besteht aus Zelluloid oder ähnlichem Plastikmaterial und ist mattweiß oder mattorange.
  4. Wird der Tischtennisball aus einer Höhe von 30,5 cm auf einen genormten Stahlblock fallengelassen, dann muss er 24 bis 26 cm hoch abspringen.

Geschichte und heutige Entwicklung

Der englische Ingenieur James Gibb brachte den heute gebräuchlichen Tischtennisball aus Zelluloid von einer Reise aus Amerika mit. Zuvor verwendete man Gummibälle oder geschnitzte Korkenbälle mit ca. 5cm Durchmesser. Die Herstellung wurde bald danach auf Fabriken verlagert. Schon im Jahr 1902 produzierte man in Essex (Großbritannien) etwa zwei Millionen Bälle.

Um 1969 experimentierte man erstmals mit gelben Bällen, wobei sich zunächst das Sprungverhalten des Balles durch die Beimischung des damals verwendeten gelben Farbstoffs verschlechterte – die Bälle wurden weicher. Diese Probleme wurden später durch Verwendung anderer Farbstoffe behoben.

1990 schätzte man, dass in Deutschland jedes Jahr mehr als 10 Millionen Bälle verbraucht wurden.

Bei der WM 2000 beschloss der ITTF-Kongress, den Durchmesser des Balles von 38 auf 40 Millimeter zu vergrößern. Die nächste WM war die erste, bei der der große Ball verwendet wurde. Die veränderte Flugbahn verlangte den Spielern einen großen Anpassungsaufwand ab. Insbesondere die Abwehrspieler hatten Probleme. Bei dieser WM schieden viele Abwehrspieler frühzeitig aus, bei den Damen erreichte keine Abwehrspielerin das Achtelfinale.

Vor dem Jahr 2000 spielte man mit kleineren Bällen. Der Durchmesser betrug 38 mm (Toleranz 38,2 mm bis 37,8 mm), die Masse war mit 2,5 Gramm (Toleranz 2,40 bis 2,53 g) vorgeschrieben. Ein wettkampftauglicher Ball musste 23,5 bis 25,5 cm hochspringen, wenn er aus einer Höhe von 30,5 cm auf einen Stahlblock fiel. Durch Vergrößerung des Balles auf 40 mm sollte die Fluggeschwindigkeit reduziert werden. Davon erhoffte man sich längere und attraktivere Ballwechsel sowie eine bessere Sichtbarkeit des Balles für Zuschauer vor Ort und bei Fernsehübertragungen. Diese Eigenschaften wurden jedoch nicht erreicht, weil inzwischen auch die Tischtennisschläger weiterentwickelt wurden. Schnellere Schlägerhölzer und sprungfreudigere Beläge bewirkten, dass trotz des größeren Balles die Ballgeschwindigkeit gleich blieb.

Seit 2014 werden auf offiziellen internationalen Turnieren nur noch Plastikbälle eingesetzt. Dieser soll den traditionell aus Zelluloid gefertigten Tischtennisball ablösen. Aufgrund von Schwierigkeiten mit der Qualität und Problemen bei Patentrechtsstreitigkeiten wird der von der ITTF gewollte Umbruch noch auf sich warten lassen. Bis heute spielt die breite Basis in den Tischtennisvereinen weiterhin mit dem Zelluloidball.

 

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