Tischtennisschläger

Ein Tischtennisschläger besteht aus einem Schlägerholz und je einem Tischtennisbelag auf beiden Seiten. Ein Tischtennisschläger ist immer ein Unikat, da es fast endlose Belag-Holz-Kombinationen gibt. Somit kann jeder Tischtennisspieler seinen Schläger individuell zusammenstellen. Während Tischtennisbeläge eine spezielle Zulassung seitens der ITTF für den Wettkampfsport benötigen, brauchen Tischtennishölzer keine weitere Zulassung. Tischtennisschläger sollen mit einem speziellen Tischtenniskleber montiert werden.

Tischtennisschläger in den offiziellen Regeln der ITTF

  1. Größe, Form und Gewicht des Schlägers sind beliebig. Das Blatt muss jedoch eben und unbiegsam sein.
  2. Mindestens 85 % des Blattes, gemessen an seiner Dicke, müssen aus natürlichem Holz bestehen. Eine Klebstoffschicht innerhalb des Schlägerblattes darf durch Fasermaterial wie Kohlenstofffaser, Glasfaser oder komprimiertes Papier verstärkt sein. Sie darf jedoch nicht mehr als 7,5  % der Gesamtdicke oder mehr als 0,35 mm ausmachen – je nachdem, was geringer ist.
  3. Eine zum Schlagen des Balls benutzte Seite des Blattes muss entweder mit gewöhnlichem Noppengummi (Noppen nach außen. Gesamtdicke einschließlich Klebstoff höchstens 2 mm) oder mit Sandwich-Gummi (Noppen nach innen oder nach außen, Gesamtdicke einschließlich Klebstoff höchstens 4 mm) bedeckt sein.
    1. Gewöhnlicher Noppengummi ist eine einzelne Schicht aus nicht zellhaltigem (d. h. weder Schwamm- noch Schaum-) Gummi – natürlich oder synthetisch – mit Noppen, die gleichmäßig über seine Oberfläche verteilt sind, und zwar mindestens 10 und höchstens 50 pro Quadratzentimeter.
    2. Sandwich-Gummi ist eine einzelne Schicht aus Zellgummi (d. h. Schwamm- oder Schaumgummi), die mit einer einzelnen äußeren Schicht aus gewöhnlichem Noppengummi bedeckt ist. Dabei darf die Gesamtdicke des Noppengummis nicht mehr als 2 mm betragen.
  4. Das Belagmaterial muss das Blatt völlig bedecken, darf jedoch nicht über die Ränder hinausstehen. Der dem Griff am nächsten liegende Teil des Blattes, der von den Fingern erfasst wird, darf unbedeckt oder mit einem beliebigen Material belegt sein. (Anmerkung: Das Schiedsrichterhandbuch der ITTF gibt für überstehende oder zu kleine Beläge als Richtwert eine Toleranz von ± 2 mm an.)
  5. Das Blatt selbst, jede Schicht innerhalb des Blattes und jede Belag- oder Klebstoffschicht müssen durchlaufend und von gleichmäßiger Dicke sein.
  6. Beide Schlägerseiten – unabhängig davon, ob ein Belag vorhanden ist oder nicht – müssen matt sein, und zwar auf der einen Seite leuchtend rot, auf der anderen schwarz.
  7. Das Belagmaterial sollte so verwendet werden, wie es von der ITTF genehmigt wurde, d. h. ohne irgendeine physikalische, chemische oder sonstige Behandlung, welche die Spieleigenschaften, Reibung, Aussehen, Farbe, Struktur, Oberfläche usw. verändert.
    1. Geringfügige Abweichungen von der Vollständigkeit des Belags oder der Gleichmäßigkeit seiner Farbe, die auf zufällige Beschädigung, auf Abnutzung oder Verblassen zurückzuführen sind, können zugelassen werden, sofern sie die Eigenschaften der Oberfläche nicht entscheidend verändern.
  8. Vor Spielbeginn und jedes Mal, wenn er während des Spiels den Tischtennisschläger wechselt, muss der Spieler seinem Gegner und dem Schiedsrichter den Schläger zeigen, mit dem er spielen will, und muss ihnen gestatten, den Schläger zu untersuchen. (Anmerkung: Das Wechseln des Schlägers/Belages während des Spieles ist grundsätzlich verboten. Ausnahme: Der Schläger wurde während des Spieles beschädigt. Eine mutwillige Zerstörung bzw. Beschädigung des Schlägers oder Belags ist davon allerdings ausgenommen.)

Tischtennisschläger und die Historische Entwicklung

Bereits um 1900 wurde begonnen, das Schlägerholz mit Pergament, Fell oder Leder zu bekleben. Später wurde auch Kork oder Sandpapier verwendet oder es wurde mit einem unbelegten Holzschläger gespielt. 1902 kam der Gummibelag auf. Gemäß einer Legende kaufte der Engländer E.C. Goode in einer Apotheke Kopfschmerztabletten. Beim Bezahlen fielen Geldmünzen auf eine auf der Theke liegenden Gummimatte und sprangen dabei hoch. Goode erwarb diese Gummimatte, klebte sie auf seinen Schläger und spielte damit in der Folge erfolgreich. Gegen die Wahrheit dieser Legende spricht, dass der Londoner Sportartikel-Hersteller Frank Bryan bereits 1901 ein Patent für einen „Schläger, der mit einem dünnen Stück Kautschukgummi bedeckt ist“ beantragte (Patent Nr. 25276). Ein ähnliches Patent reichte William Laird wenig später, am 21. Januar 1902 ein.

Bei Gründung des Weltverbandes ITTF 1926 wurde in den Regeln praktisch jeder Tischtennisschläger zugelassen:

„THE RACKET: The racket may be of any material, size, shape or weight, provided it be not white, light-coloured or reflecting.

Der Schläger kann aus beliebigem Material, Größe, Form oder Gewicht bestehen, allerdings darf er nicht weiß, hell oder reflektierend sein.“

Punkt 4 der damaligen Tischtennisregeln über Tischtennisschläger

Mit Aufkommen des Schwammes in den 1950er Jahren entstanden weltweit intensive Diskussionen über die Zulässigkeit dieses Materials. In der Folge verboten viele nationale Verbände diesen Belag. 1957 folgte der DTTB diesen Verboten:

„Als Belag kann nur Noppengummi verwendet werden, mit einer Gesamtbelaghöhe von höchstens 2 mm. Der Noppengummi muß unmittelbar auf das Holz des Schlägers geklebt sein. Außerdem müssen die Noppen nach außen gerichtet sein und dürfen nicht mehr als 50 Stück und nicht weniger als 10 Stück auf dem qcm betragen.“

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